Nichts ist schöner als der Glanz einer frisch geprägten Münze. Diesen Glanz zu erhalten ist ebenso Bestandteil der Münzensammelns wie auch der Erwerb der Sammelstücke selbst. Doch auch hier gilt: absolute Sorgfalt und Besonnenheit ist die Devise!
Denn prinzipiell muß zuallererst einmal unterschieden werden, ob die Münze nun tatsächlich verschmutzt ist ODER lediglich eine für Metalloberflächen typische Oxidschicht aufweist, die im Laufe mehrerer Jahre oder Jahrhunderte entstanden ist. Diese Schicht, von Sammlern als „Patina“ bezeichnet, darf niemals entfernt oder verfälscht werden, da sich sonst der Sammelwert der Münze erheblich reduziert!
Die einfachste „Lösung“ zur Münzreinigung ist ein Tauchbad, das extra für Münzen angefertigt wird und in Flaschen abgefüllt im Münzenzentrum erhältlich ist. Es ist zur sekundenschnellen Reinigung von Silber- und Goldmünzen geeignet und schützt die Münzen auch nachhaltig vor dem „Anlaufen“, einem alltäglichen chemischen Vorgang, der trübe Spuren auf den Münzen hinterlässt, aber deswegen den Sammlerwert nicht zwingend vermindert, da beinah kein Metall davon verschont bleibt.
Nachdem die Münzen also ein paar Sekunden in dem Tauchbad verbracht haben (wenn Sie mehrere Münzen gleichzeitig eintauchen, achten Sie darauf, dass sie wegen der Kratzgefahr nicht übereinander, sondern nebeneinander liegen!), entnehmen Sie sie vorsichtig und spülen sie die gereinigten Münzen (und ihre Finger) unter warmem Wasser ab. Anschließend verwenden Sie ein weiches Tuch zum Trockentupfen (nicht reiben oder rubbeln!).
Außerdem kann zusätzlich noch mit Speisesoda (in jeder Apotheke erhältlich) gearbeitet werden, indem einfach nach dem Abspülen der Tauchbadflüssigkeit das trockene Speisesoda-Pulver mit den Fingerspitzen auf die nasse Münze gerieben wird. Dann nur noch das verklumpte Pulver abwaschen und die Münze erstrahlt im neuen Glanz.
Theoretisch können alle Silber- und Goldmünzen so gereinigt werden, es gilt jedoch besondere Vorsicht bei polierten Platten! Überlegen Sie sich, bevor Sie mit der Reinigung beginnen, ob es denn wirklich nötig ist, die empfindliche Prägung dieser heiklen Prozedur zu unterziehen. Üblicherweise befinden sich die polierten Platten in einer Münzkapsel und können eigentlich kaum verschmutzen, höchstens anlaufen. Doch wie bereits erwähnt schmälern angelaufene Stellen den Sammelwert einer Münze NICHT. Sollten Sie sich dennoch zu der Reinigung einer polierten Platte entscheiden, arbeiten Sie am besten mit Wattestäbchen und viel Fingerspitzengefühl.
Was die Erhaltungen betrifft, kann durch das angestrengte Putzen einer Münze keinesfalls eine „sehr schöne“ Münze zu einer „vorzüglichen“ hochgetunt werden. Münzen mit Putzglanz werden nämlich im Handel als „scharf gereinigt“ bezeichnet und abgewertet. Prinzipiell wird der Erhaltungsgrad durch die Reinigung nicht verbessert, sondern im Gegenteil eher verschlechtert.
Ein sachgemäßer Umgang mit „Polierten Platten“ ist oberstes Gebot, wenn es darum geht, die empfindlichen Münzen ohne Makel zu erhalten.
Üblicherweise werden Polierte Platten in einer transparenten Münzkapsel geliefert, in der sie auch nach Möglichkeit immer bleiben sollte.
Wenn die Münze trotzdem – aus welchem Grund auch immer - aus der Kapsel genommen werden soll, beachten Sie bitte, die Münze nur am Rand zu berühren. Denn Fingerabdrücke auf der Spiegelglanzfläche können womöglich nicht mehr entfernt werden und schmälern den Sammlerwert der Münze ungemein.
Am besten legen Sie die Silberprägung auch ein weiches Tuch, jedoch keinesfalls auch eine raue Oberfläche. Es können Kratzer zurückbleiben!
Beim Reinigen ist – wie im obigen Kapitel schon erwähnt – größte Vorsicht geboten. Oft haben nämlich auch die behutsamsten Polierversuche einen negativen Effekt im Form von Glanzlichtern.
Ebenso gilt große Vorsicht bei Silbertauchbädern: sie sollten nur im äußersten Notfall, also wenn die Münze deutlich sichtbare Beeinträchtigungen aufweist, verwendet werden.
Im Laufe der Zeit oxidiert Silber. Bei Silbermünze äußert sich diese Oxidation in Form von angelaufenen Stellen. Es handelt sich dabei nicht um einen Mangel an Qualität, sondern eher um ein Indiz für den hohen Silbergehalt der Münze.